×

Wer die St. Luzi-Brücke baut, entscheidet ein Preisgericht

Die Projekte Hochbrücke St. Luzi sowie der Linksabbieger am Churer Rosenhügel werden durch Stadt und Kanton weiterverfolgt. Aber es braucht weiter Geduld, bis sie realisiert werden können.

Dario
Morandi
Donnerstag, 30. Juli 2020, 04:30 Uhr Es braucht weiter Geduld
Beim Anschluss Rosenhügel in Chur könnte es bald so aussehen, wie diese Visualisierung des Bauamtes zeigt.
ARCHIV

In verkehrstechnischer Hinsicht wird sich in den nächsten Jahren am Churer Rosenhügel und etwas weiter oben auf der Malixerstrasse einiges tun. Konkret geht es um den Bau der über 50 Millionen Franken teuren Hochbrücke St. Luzi, die sich dereinst über 500 Meter vom Araschgerrank über das Tal zum Maladerser Brandacker spannen wird, andererseits um die Realisierung einer neuen, 25 Millionen Franken kostenden Strassenführung auf dem Rosenhügel. Mit dem sogenannten Linksabbieger soll die Kasernenstrasse entlastet werden.

Beide Projekte stehen seit Langem auf der Pendenzenliste, passiert ist bisher aber wenig bis gar nichts. Wie kommt es: Sind Hochbrücke und Linksabbieger in Vergessenheit geraten? «Nein, das sicher nicht», versichert Kantons- ingenieur Reto Knuchel. «Wir arbeiten nach wie vor an beiden Projekten.» Wie der Chef des kantonalen Tiefbauamtes (TBA) gleichzeitig verrät, startet das TBA Mitte August einen Projektwettbewerb für die Realisierung der Hochbrücke. Den Entscheid des Preisgerichtes erwartet er Mitte Juli nächsten Jahres.

Mit höchster Priorität

Gemäss Knuchels Worten werden die Bauvorhaben zusammen mit anderen regionalen Projekten für die Aufnahme ins nächste Agglomerationsverkehrsprogramm des Bundes vorgeschlagen. Eingereicht werden soll das Paket im September 2021. Ob der Bund die Grossprojekte tatsächlich mit höchster Priorität in sein Programm aufnimmt, bleibt vorerst offen. «Wir hoffen aber, dass dies der Fall sein wird», so Knuchel. Die Verantwortlichen bei Kanton und Stadt würden es zudem begrüssen, wenn sich der Bund mit 40 Prozent an den Baukosten engagiert.

Höher als auf Gotthardroute

Die Stadt Chur erwartet den Bau der Hochbrücke ebenso wie jenen des Linksabbiegers sehnlichst. Das jedenfalls lassen der zuständige Stadtrat Tom Leibundgut sowie Stadtingenieur Roland Arpagaus durchblicken. Aus gutem Grund: Die Verkehrsbelastung auf den Hauptachsen Kasernenstrasse und Masanserstrasse sei inzwischen pro Tag auf etwa 20 000 Fahrzeuge angestiegen, stellt Arpagaus fest. Deshalb erwartet er durch die Umfahrungsmöglichkeit für den Verkehr aus dem Schanfigg über die Hochbrücke und für den stadteinwärts rollenden Verkehr durch den Linksabbieger am Rosenhügel eine spürbare Entlastung der Innenstadt. «Gerade deshalb ist die Zeit reif für die Umsetzung der beiden Projekte», sagt Leibundgut. Die Projektführung hat die Stadt inzwischen dem Kanton übertragen. Leibundgut: «Die Planer möchten den Bau des Linksabbiegers mit jenem der Hochbrücke abstimmen und dabei verkehrstechnische Synergien nutzen.»

Ab 2024 umsetzbar

Arpagaus ist zuversichtlich, was die Realisierung angeht: «Wir gehen davon aus, dass zumindest der Linksabbieger ab 2025 umsetzbar ist», glaubt er. Dass der Kanton die Projekte vorantreibt und sich für deren Aufnahme ins Agglomerationsbauprogramm starkmacht, freut den Stadtingenieur: «Dadurch eröffnet sich für uns eine neue Chance, die Innenstadt in verkehrstechnischer Hinsicht zu entlasten und so die Mobilitätsstrategie wie geplant umsetzen zu können.»

Kommentar schreiben

Kommentar senden

Wenn schon so grosse Grünflächen beim Abzweiger am Rosenhügel geplant werden, dann kann doch gleich der Kreisel dort gebaut werden. Dann sind auch Lichtsignalanlagen überflüssig!
Ein Kreisel dort kann ohne Weiteres eine 12 m-Insel haben, manche in der Stadt sind kleiner! Die 3 Spuren Richtung Lenzerheide könnten so auf zwei zusammengestrichen werden, der Kehrplatz oberhalb entfiele komplett!

SO rapportiert:
Es braucht GEDULD, bis Brücke und Linksabbieger realisiert seien, schreibt Dario Morandi.
Ich rapportiere:
WARUM lässt die Somedia dieses Thema einen mit (lautem) "Benzin im Blut" schreiben und nicht eine/n Gesundheitstourismusechten?
MEHR Strassen ergeben MEHRverkehr, das ist etwa wie "1+1=2". Altbekannt. Deshalb: Endlich weniger Strassen, Rückbau statt Ausbau.
Pflanzungen, Atmung, Schatten, Schutz für Lebewesen.

Linksabbiegen ist schon lang möglich für PWs. Man muss nur darauf achten nicht die Sicherheitslinien zu überfahren. Was mir unsinnig erscheint, dass ein Kreisel und ein Lichtsignal dafür neu erstellt werden muss. Wenn man den bestehende Grünstreifen entfernt und eine Lichtsignal hinzufügt, wäre dass schneller und kostengünstiger umzusetzen. Nicht jedes Verkehrsproblem wird durch eine Kreisel gelöst

Alle Kommentare anzeigen