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Das Wetter hat den Badis mehr zugesetzt als Corona

Das Wetter hat den Badis mehr zugesetzt als Corona

Mitte Woche endete die Badisaison 2021 auch in Schwanden, im am längsten geöffneten Glarner Schwimmbad in diesem Sommer. Die Betreiber der Badis haben besonders unter dem schlechten Sommer gelitten.

Lucas
Blumer
vor 1 Monat in
Aus dem Leben
Badespass: In der Badi Schwanden konnte trotz schlechten Wetters eine gute Saison verzeichnet werden.
Archivbild Sasi Subramaniam

Nach einem verregneten Sommer und Besucherbeschränkungen wegen der Pandemie kann man sich schon fast denken, wie der Sommer für die Glarner Freibäder wohl gelaufen ist.

Die Gemeinde Glarus blickt daher auch auf eine «unterdurchschnittliche» Saison in den Schwimmbädern Glarus und Netstal zurück, bilanziert Roman Käslin, Abteilungsleiter Freizeit, Sport und Sicherheit. Die Sicherheitsvorschriften wegen der Pandemie hätten damit aber nur wenig zu tun gehabt. «Die meisten Badegäste akzeptierten die Regeln, es gab aber auch Ausnahmen.» Und ihre Stammgäste blieben den Glarner Badis auch trotz Maskenpflicht und Abstandsgeboten treu.

Das Problem lag eher beim Wetter. «Wir hoffen sehr, dass der Sommer 2022 eine Spur sonniger wird», sagt Käslin. Denn die vergangene Saison habe eindrücklich gezeigt, dass das Gästeaufkommen in den Glarner Schwimmbädern doch sehr wetterabhängig sei.

Schlechtestes Wetter überhaupt

Fridolin Vögeli, Präsident der Schwimmbadgenossenschaft Schwändi, findet klare Worte, um die Saison 2021 zu beschreiben: «Vom Wetter her war sie wohl eine der Schlechtesten überhaupt. Sie war auch eine der Kürzesten, aber immerhin mussten wir nie mitten in der Saison schliessen.» Obwohl die Badi Schwändi dieses Jahr keinen Eintritt verlangte – dafür aber auch keinen Bademeister stellte – kamen nur wenige Besucher. Auch viele der Stammgäste blieben weg. «Viele unserer Genossenschafter sind schon im fortgeschrittenen Alter, da kann man einen gewissen Respekt vor der Pandemie gut verstehen», sagt Vögeli.

Aufgrund ausbleibender Gäste hätten sie in diesem wie auch im letzten Jahr einen Verlust geschrieben, sagt Vögeli. «Wir sind daher auf Spenden und einen Beitrag der Gemeinde angewiesen, um unsere Verluste wenigstens etwas zu mildern.» Ausserdem suchen sie aktuell nach neuen Betreibern für das Bistro der Badi, welches auf eigene Rechnung geführt werden könne. Die ehemaligen Betreiber hätten wegen beruflicher Veränderungen leider bereits nach einer Saison wieder aufhören müssen. Trotzdem schaut er zuversichtlich in die Zukunft: «Wir sind immer positiv eingestellt, ansonsten hätten wir schon lange schliessen müssen», fügt er lachend hinzu.

Treue Gäste

Etwas weiter unten im Tal in Schwanden, konnte man trotz des Wetters und «nicht optimaler Rahmenbedingungen» eine gute Saison verzeichnen, sagt Roy Freuler, stellvertretender Departementsleiter Gesellschaft und Sicherheit der Gemeinde Glarus Süd. «Wir mussten dieses Jahr keinen Tag ohne Badegäste verzeichnen», sagt er weiter. Das liege an treuen Stammgästen, die auch bei schlechtem Wetter vorbeikommen und an Familien, die den Kinderspielplatz ausgiebig nutzen würden. Glücklicherweise hätten auch Events wie das Kinderschwimmen und die Zeltnacht durchgeführt werden können. Insbesondere an der Zeltnacht sei die Stimmung «sehr toll» gewesen, sagt Freuler. «Dank unseres Badi-Teams und unserer Gäste haben wir eine wirklich tolle Saison hinter uns.»

Gegen ein paar sonnige Sommertage mehr im nächsten Jahr hätte er allerdings ebenfalls nichts einzuwenden.

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