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Alle dürfen auf die Piste

Alle dürfen auf die Piste

Seilbahnen Schweiz hat entschieden: Auf den Skipisten gilt keine Zertifikatspflicht. Wie im letzten Winter gilt eine Maskenpflicht in den Gondeln.

Südostschweiz
19.10.21 - 13:19 Uhr
Aus dem Leben
Auf der Piste braucht es diesen Winter kein Zertifikat.
Archivbild

An der Generalversammlung von Seilbahnen Schweiz am Dienstag haben der Präsident Hans Wicki und der Direktor Berno Stoffel über die Corona-Massnahmen in Skigebieten für die kommende Saison informiert. Gemäss einer Medienmitteilung werden momentan keinen Änderungen an den Massnahmen vorgenommen. Der Verband hat sich also gegen eine Zertifikatspflicht in den Schweizer Skigebieten entschieden. Weiterhin gilt eine Maskenpflicht in geschlossenen Kabinen und Räumen, Abstand in Innenräumen von Gebäuden und Lüften in Kabinen. Für die Restaurantbetriebe im Skigebiet gelten dieselben Regeln, wie für alle Restaurants: In den Innenräumen herrscht eine Zertifikatspflicht, auf den Terrassen hingegen nicht.

«Gut für den Standort Graubünden»

Mit diesen Massnahmen hätten die Skigebiete letzte Saison gute Erfahrungen gemacht. Zudem seien sich alle Anwesenden an der Versammlung einig gewesen, dass es die richtige Entscheidung war, die Skigebiete im letzten Winter offenzulassen.

Den heute bekannt gemachten Entscheid, die Skigebiete ohne Zertifikatspflicht zu öffnen, bezeichnet der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Marcus Caduff als wichtig für den Wintertourismus in Graubünden. Das entspreche dem viel geäusserten Wunsch, den Betrieb der Bergbahnen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gleichzustellen, sagte er am Dienstag gegenüber Radio Südostschweiz. Bedenken hat Caduff gegenüber der Wirkung dieses Entscheids in den Nachbarländern der Schweiz. Weil dort die 3-G-Regelung für die Skigebiete gelte, sei noch unklar, wie die ausländischen Touristen auf den Schweizer Sonderzug reagieren würden. «Ob diese nun Bedenken gegenüber der Sicherheit in der Schweiz haben, wird sich noch zeigen», hält er fest.

Automatische Anpassung

Mit den neuen Regelungen für diesen Winter würden auch die Kapazitätsbegrenzungen für die Gondeln und Kabinen wegfallen, sagt Caduff. Er glaubt aber, dass die Bergbahnen hier selbstständig Beschränkungen einführen werden. «Denn die Gäste möchten bestimmt nicht wie Sardinen zusammenquetscht in einer Gondel auf den Berg fahren.» Falls sich die epidemiologische Situation wieder zuspitzen würde, müsste wiederum über eine Zertifikatspflicht oder andere Massnahmen diskutiert werden, betont Caduff. Und er weist darauf hin, dass private Seilbahnen für ihren Betrieb eine Zertifikatspflicht einführen können.

Indem die Bergbahnen im vergangenen Winter ihren Betrieb aufrechterhielten, konnte ein gesamtwirtschaftlicher Schaden von rund sechs Milliarden Franken abgewendet werden, schreiben die Seilbahnen Schweiz weiter. Trotzdem verzeichneten die Bergbahnen im Durchschnitt einen Umsatzverlust von 24 Prozent. Die Branche hofft nun auf finanzielle Mittel von Bund und Kanton. (jac/sz)

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